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Die Gründungsmitglieder der Vereinigung «Les Climats neuchâtelois» von links: Henri Aloys Grosjean, Château d’Auvernier; Morgan Meyer, Domaine des Landions; Martin Porret, Les vins Porret; Elodie Kuntzer, Domaine Saint-Sébaste; Charlotte Burgat, Domaine de Chambleau; Alexandre Perrochet, Domaine de La Maison Carrée und Dimitri Colomb, Domaine Bouvet-Jabloir.

Hinweis:
Montag, 23. November

 

«Paulée des Climats»

Als weitere Hommage an das Burgund wird der Verein jedes Jahr die «Paulée des Climats» nach dem Vorbild der berühmten «Paulée de Meursault» veranstalten. Dabei handelt es sich um ein festliches und geselliges Essen, bei dem jeder Gast eine Flasche aus seinem Weinkeller mitbringt, um sie mit den anderen Anwesenden zu teilen. Die erste Ausgabe findet am kommenden
23. November um 12 Uhr im neuen Restaurant Les Jeunes-Rives in Neuenburg statt. Den Feierlichkeiten geht eine Masterclass voraus, die sich an Fachleute aus den Bereichen Sommellerie und Gastronomie richtet.

Kollektion

Zur Finanzierung seiner Werbeaktivitäten wird der Verein jedes Jahr zwischen 80 und 100 nummerierte Kisten mit je einer Flasche jedes ausgewählten Weins zum Verkauf anbieten. Der Preis beträgt 500 Franken pro Kiste. Die erste Ausgabe dieses «Best of» der Einzellagenweine des Kantons wird im kommenden November in den Verkauf kommen.

Neuenburger Pinot Noir: Spitzenweine aus Einzellagen

14. Juni 2026 / Pierre-Emmanuel Buss

 

Der Verein «Les Climats neuchâtelois» hat sich zum Ziel gesetzt, Talente und Energien zu bündeln, um die besten Parzellenweine über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt zu machen. Dies mit einem deutlichen Augenzwinkern in Richtung Burgund.

 

Sortenreine Pinot-Noir-Weine aus den besten Parzellen des Neuenburger Weinbaugebiets unter einem Dach zu vereinen und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern – das ist das Hauptziel des Vereins «Les Climats neuchâtelois». Dieser wurde am 29. April offiziell gegründet und Anfang Juni den Medien vorgestellt. Der Name des Vereins ist eine Anspielung auf das Burgund und seine «Climats», die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Er spiegelt das Bestreben wider, die Einzigartigkeit der Terroirs entlang des Neuenburgersees zu fördern, dessen nach Süden und Südosten ausgerichtete Kalksteinhänge zahlreiche Ähnlichkeiten mit der Côte de Nuits aufweisen.

 

Der Pinot Noir hat sich ganz natürlich als roter Faden dieses Projekts etabliert. Mit einem Anteil von 55 Prozent an den 600 Hektaren Rebfläche des Kantons Neuenburg ist die Sorte dessen unangefochtene Königin. Auch wenn die Verbraucher Pinot Noir vor allem als Rosé (dem berühmten «Œil-de-Perdrix») oder als Weisswein (Perdrix Blanche) kennen, entfaltet doch erst der Rotwein nach burgundischer Art seine ganze Komplexität und Finesse.

 

Die Idee, über die bereits seit mehreren Jahren diskutiert wurde, nahm im Sommer 2025 bei einem informellen Treffen im Château d’Auvernier Gestalt an. In den folgenden Monaten wählte ein Expertenkomitee, bestehend aus dem Sommelier Clément Couvret Wagner, dem ehemaligen Kantonsönologen Yves Dothaux und Pierre-Emmanuel Buss, dem Verfasser dieser Zeilen, sieben herausragende Einzellagenweine aus. Die angesprochenen Produzentinnen und Produzenten schlossen sich dem Vorhaben begeistert an.

 

Vier der sieben Weingüter sind Mitglieder der Vereinigung Mémoire des Vins Suisses. Zu den ausgewählten Cuvées gehören:

 

Die ausgewählten Winzerinnen und Winzer haben die Charta des Vereins unterzeichnet. Sie verpflichten sich, ausschliesslich Trauben aus der ausgewählten Parzelle zu vinifizieren, ohne Verschnitt oder Mischung verschiedener Jahrgänge. Der Wein muss mindestens zwölf Monate lang in Eichenfässern oder grossen Holzfässern ausgebaut werden. Die Weine des zuletzt auf den Markt gebrachten Jahrgangs werden vor und nach der Abfüllung einer zweistufigen Verkostung durch eine Fachjury unterzogen. Erfüllt ein Wein die Kriterien der Charta und der Verkostungsordnung zwei Jahre in Folge nicht, kann er aus dem Verein ausgeschlossen werden.

 

Die «Les Climats neuchâtelois» haben nicht die Absicht, ein geschlossener Club zu bleiben. Weitere Einzellagenweine sollen in den kommenden Jahren dem Verein beitreten, wie es die Statuten vorsehen. Eines der Ziele des Vorstands ist, neue Mitglieder zu gewinnen und Weingüter, die dies noch nicht tun, dazu anzuregen, Pinot Noir aus einzelnen Parzellen zu keltern. In Neuenburg handelt es sich dabei um eine relativ neue Entwicklung, die Anfang der 2000er Jahre vom Pionier Jacques Tatasciore ins Leben gerufen wurde. Er liess sich von den grossen Weinen aus dem Burgund inspirieren, um eine Spitzenklasse im Schweizer Weinbau zu erreichen.

 

Jacques Tatasciore, Besitzer des Weinguts La Rochette in Cressier, hat in den letzten fünfzehn Jahren unter dem Einfluss einer neuen Generation hochtalentierter Winzerinnen und Winzer Nachahmer gefunden. Dank einer stetig steigenden Qualität haben sich die Neuenburger Pinot Noirs als einige der besten der Schweiz etabliert. Eines der Ziele der «Les Climats neuchâtelois» ist, die Einzigartigkeit der Cuvées aus den verschiedenen Lagen hervorzuheben. Dafür wird die zwischen 2001 und 2004 vom auf Kartografie und Bodenuntersuchungen spezialisierten Ingenieurbüro Sigales durchgeführte Bodenuntersuchung genutzt.   

 

Der bis heute ungenutzte Sigales-Bericht verdeutlicht die grosse Vielfalt der Böden im Neuenburger Weinbaugebiet, das vor 12’000 Jahren von der Würm-Kaltzeit geprägt wurde. Sie bilden ein Mosaik aus drei übereinanderliegenden Schichten: einem Kalksteinsockel, Moränenmaterial sowie Kolluvien (Gesteinsfragmente, Sand, Schluff und Ton) sowie jüngeren Geröllablagerungen. Die beiden letztgenannten Schichten sind nur teilweise vorhanden und bilden Inseln, aus denen sich etwa fünfzig verschiedene Böden zusammensetzen.